Gennaker segeln – Dein ultimativer Guide zum schnellen Segeln

Der Gennaker ist ein segeltechnisches Juwel und verleiht dem Segeln eine aufregende neue Dimension. Als leistungsstarkes und vielseitiges Segel eröffnet der Gennaker unzählige Möglichkeiten auf dem Wasser. Sein Einsatzbereich erstreckt sich hauptsächlich auf Raumwindkurse bis Halbwindkurse mit leichtem bis mittelstarkem Wind.

Früher hauptsächlich in Regatten zu sehen, ist das leichte und meist bunte Segeltuch aufgrund seiner simplen Handhabung mehr und mehr auf vielen Freizeitbooten zu finden.

Die Kombination aus Form und Funktion macht den Gennaker zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Segler, die die Geschwindigkeit und den Nervenkitzel des Segelns intensiv erleben möchten. Egal ob auf einer agilen Jolle oder einer eleganten Yacht, der Gennaker ermöglicht es, die Kraft des Windes voll auszunutzen und spielerisch über die Wellen zu gleiten.

Was ist ein Gennaker Segel?

Ein Gennaker ist ein spezielles Segel aus verhältnismäßig leichtem Segeltuch (meist Nylon), das auf Segelbooten eingesetzt wird, um die Segelleistung zu optimieren, mit dem Ziel höhere Geschwindigkeiten zu erreichen. Es ist eine Kombination aus Spinnaker und Vorsegel und ermöglicht effizientes Segeln bei bestimmten Windverhältnissen auf Raumwindkursen.

Der Name setzt sich zusammen aus den Wörtern Genua und Spinnaker = Gennaker.

Gennaker Segeln - Tipps vom Profi

Unterschied zwischen Gennaker und Spinnaker

Der Unterschied zwischen einem Gennaker und einem Spinnaker liegt in ihrer Form, Positionierung und Verwendung auf dem Segelboot. Ein Gennaker ist ein asymmetrisches Segel mit einer flachen, dreieckigen Form, das an einem Bugspriet bzw. Gennakerbaum oder am Bug befestigt wird. Der Spinnaker hat eine symmetrische Form.

Der Gennaker eignet sich hervorragend für Downwind-Kurse (Raumwind bis Halbwind) und bietet eine einfachere Handhabung als ein Spinnaker. Zum Fahren des Gennakers sind lediglich zwei Gennakerschoten notwendig.

Beim Gennaker entsteht Vortrieb durch die Umströmung des Segels.

Hingegen dazu hat der Spinnaker eine ballonartige, symmetrische Form und wird mit einem Spinnakerbaum vor dem Boot geführt. Vortrieb wird durch Widerstand erzeugt, d. h. der Wind schiebt das Boot von hinten an.

Der Spinnaker ermöglicht eine effektive Nutzung des Windes von achtern (von hinten), der es dem Boot ermöglicht, höhere Geschwindigkeiten auf Vorwind-Kursen zu erreichen. Das Segel erfordert erfahrenere Segler für eine erfolgreiche Nutzung, da neben den Spinnakerschoten auch der Topnant, der Achterholer und der Spi-Baum für ein Manöver eingestellt werden müssen.

Während der Gennaker auf einfacheres Handling und höhere Geschwindigkeiten auf Raumwindkursen abzielt, erreicht der Spinnaker seine optimale Leistung auf Vorwindkursen.

Unterschied Gennaker und Spinnaker

Unterschied zwischen Gennaker und Genua

Der Unterschied zwischen einem Gennaker und einer Genua liegt vor allem in ihrer Funktion und Anwendung auf dem Segelboot. Ein Gennaker hat eine flache Form und ermöglicht höhere Geschwindigkeiten, meist bei leichtem Wind und Raumwindkursen.

Im Gegensatz dazu ist die Genua ein Vorsegel, das in verschiedenen Größen erhältlich ist und auf verschiedenen Kursen eingesetzt werden kann, sowohl am Wind als auch auf Halbwindkursen und Raumwindkursen. Während der Gennaker auf spezifische Windverhältnisse abzielt, bietet die Genua vielseitigere Leistungsoptionen.

Wie segelt man einen Gennaker?

Auf Yachten bietet das Segel besonders bei Leichtwindbedingungen eine beeindruckende Leichtigkeit, bei der der Wind eingefangen wird und das Boot spielerisch vorantreibt. Auf Jollen bzw. Gleitjollen wird der Gennaker auch bei höheren Windgeschwindigkeiten gefahren und kreiert ein aufregendes Tempoerlebnis für Einsteiger und Profis.

Gennaker werden auf Raumwind- bis Halbwindkursen gefahren und verlieren Ihre Funktion auf Amwindkursen. Damit der Umgang mit einem Gennaker sicher ist, muss besonders darauf geachtet werden, auf welchem Kurs das Segel gezogen wird.

Wann Gennaker setzen?

Je nach Bootstyp ist das Setzen des Gennakers an sich unterschiedlich.

Auf Jollen wird der Gennaker gewöhnlich durch ein Fall gesetzt. Auf Yachten kann dies ebenso der Fall sein oder der Gennaker kann wie eine Rollfock / Rollgenua ausgerollt werden. Beim Setzen des Segels mithilfe des Falls kann ebenso eine Art Schlauch, der den Gennaker freisetzt bzw. beim Bergen hilft, genutzt werden.

Dies ist bootspezifisch und kann im Handbuch nachgelesen oder beim Händler angefragt werden.

Auf welchem Kurs Gennaker setzen?

Ein Gennaker wird auf sehr tiefem Raumwindkurs, fast schon Vorwind-Kurs, gesetzt. Dadurch ist das Segel durch das Großsegel abgedeckt und bekommt wenig bis keine Anströmung und kann sich somit nicht aufblasen. Dies verhindert, dass der Gennaker ungewollt Druck bekommt und das Boot kentert (bei Jollen) oder ggf. einen Sonnenschuss (bei Yachten) macht.

Folgende Informationen sind jedoch gleich, bei allen Booten:

Anleitung Gennaker setzen

  1. Gennaker vorbereiten (richtig angeschlagen, Schoten frei und korrekt geführt)
  2. Freien Raum in Luv und Lee kontrollieren
  3. Abfallen auf tiefem Raumwindkurs
  4. Gegebenenfalls Vorsegel einrollen oder bergen
  5. Gennaker zügig komplett setzen – darauf achten, dass das Fall nicht zu viel und nicht zu wenig durchgesetzt ist
  6. Lee Gennaker Schot anziehen (dichtholen), sodass der Gennaker ordentlich in seiner Form steht und keine Verdrehungen mehr hat.
  7. Gennaker Schoten lockern (fieren) und langsam anluven bis der Gennaker Druck entwickelt

Problembehandlung beim Gennaker Setzen

Beim Setzen des Segels kann es dazu kommen, dass der Gennaker verdreht ist und eine Art Sanduhr-Form hat. Sollte dies passieren, hilft das Fieren der Gennakerschoten und das kräftige Dichtholen. Dabei fliegt der Gennaker weit nach vorne und wird durch das Dichtholen in seine richtige Form gezogen.

Sollte dies nicht ausreichen, lässt sich das Problem meist nur durch eine Halse lösen. Durch das Manöver wird Wind in das Segel geblasen und es sollte sich ausdrehen.

Beispiel wie das Setzen nicht geht

Hier ein tolles Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Das Flattern der Fock bei dichter Fockschot weist auf einen Amwindkurs hin. Der Gennaker weht beim herausziehen stark nach Lee aus und fällt fast in das Wasser. Der Steuermann hält die Gennakerschoten schön dicht von Anfang an und fiert auch nicht, um Druck loszuwerden. Das Boot krängt sofort und kann gerade so noch gerettet werden.


Gennaker segeln – Mehr Power und Geschwindigkeit durch Anluven

Du hast deinen Gennaker erfolgreich gesetzt, hast die Schoten gefiert und bist leicht angeluvt.

Nun kommt der Spaß an der ganzen Sache – Das Gennaker Segeln!

Folgende Hinweise musst du von Anfang an beachten:

  • Ein Boot mit Gennaker will und soll immer flach gesegelt werden! Leichte Luv Krängung (das Boot fällt leicht auf dich drauf) ist auch ok
  • Je weiter du anluvst, desto mehr Druck ist in deinem Gennaker
  • Je weiter du anluvst, desto größer die Gefahr einer Kenterung bzw. eines Sonnenschusses

Zusammenarbeit von Vorschoter und Steuermann

Beim Gennaker Segeln ist die Zusammenarbeit zwischen Steuermann und Vorschoter von entscheidender Bedeutung. Du und dein Partner müssen gut aufeinander abgestimmt sein, um das Segel effizient und sicher zu handhaben.

Während des Segelns ist es wichtig, dass du den Gennaker gut getrimmt hältst. Dies erreichst du, indem du die Segelstellung und das Profil des Segels veränderst. Achte darauf, dass das Segel nicht zu flach gestellt wird, um einen optimalen Vortrieb zu erzielen.

Ziel ist es, das Vorliek, also die vordere Seite, die du siehst und nicht die Kante, die hinter dem Großsegel versteckt ist, so zu stellen, dass es gerade nicht einklappt. Dazu kannst das Tuch aktiv fahren, indem der Trimmer per Hand oder Winsch dichtholt oder fiert, oder passiv, indem die Schot belegt wird und der Steuermann nach dem Gennakervorliek fährt.

Fällt das Vorliek ein, zieht der Trimmer das Segel dichter oder der Steuermann luvt an.

Kontrolle von Kurs und Power

Um Power in den Gennaker zu bekommen, luvt der Steuermann an. Der Gennaker muss wie oben beschrieben an den Punkt gebracht werden, an dem das Vorliek gerade nicht mehr einfällt.

Durch diese Power erhöht sich die Geschwindigkeit deines Bootes und der scheinbare Wind kommt von weiter vorn. Dies bedeutet, dass du und dein Boot weiter abfallen und somit mehr Tiefe fahren können.

Durch dieses Abfallen reduziert sich deine Geschwindigkeit und der Wind fällt wieder von weiter hinten ein. Dies hat die Folge, dass du wieder anluven musst.

Das Holen der Power und Geschwindigkeit beginnt von vorne.

Der Wind, die Böen und die Änderungen der Windrichtung bestimmen, wie „aggressiv“ du steuerst. Schließlich fährst du eine ständige Schlangenlinie, die etwas an das Hoch am Wind segeln erinnert, da dort genauso nach dem Wind gesegelt wird, um maximale Höhe zu gewinnen. Mit Gennaker suchst du allerdings nur die maximale Tiefe.

  • Stelle sicher, dass die Schot des Gennakers gerade so dicht geholt ist, dass das Segel auf leichtem Ruderdruck optimal arbeitet.
  • Achte auf den Stand des Vorlieks, damit du den Trimm perfekt an den Windwinkel und die Gegebenheiten anpassen kannst.
  • Halte das Boot auf Kurs, indem du flüssige Bewegungen am Ruder einsetzt und keine abrupten Richtungswechsel durchführst.

Willst du nicht so schnell wie möglich nach Lee, also Tiefe segeln, hat es sich auch bewährt einfach nur Spaß zu haben und nach Power und Druck im Segel zu fahren.

Power suchen – Spaß haben – nicht kentern – Repeat

Zu viel Power – Kentern beim Gennaker Segeln verhindern

Eine der Herausforderungen beim Gennaker Segeln sind plötzliche Böen. Sie können das Boot destabilisieren und eine Kontrolle schwerer machen. Um auf Böen vorbereitet zu sein, halte stets einen guten Überblick über den Wind und die Wasseroberfläche. Achte auf Anzeichen für plötzliche Böen, wie dunkle Flächen auf dem Wasser.

Stelle sicher, dass die Crew immer bereit ist, schnell zu reagieren. Es ist auch hilfreich, alle Schoten jederzeit griffbereit zu haben. Sollte eine Bö auftreffen, fiere die Gennaker-Schot kontrolliert auf und steuere das Boot mit sanften, aber schnellen Bewegungen nach Lee.

Bist du zu aggressiv beim Anluven bzw. treten unerwartet Böen oder Winddreher ein, dann besteht schnell die Gefahr von größer Krängung und der resultierten Kenterung bzw. des folgenden Sonnenschusses.

Du musst dein Boot unbedingt flach halten. Sobald dein Boot krängt, will dein Boot aufgrund der Bootsform anluven und die Power des Gennakers erhöht sich. Diese Endlosspirale verliert der Steuermann gewöhnlich.

Also: Boot flach halten mit Gennaker!

Hier hilft nur leichtes bzw. aggressives Abfallen. Beim Abfallen verliert der Gennaker Schritt für Schritt seine Power und das Boot wird wieder flach. Dies steht im Gegensatz zum Segeln am Wind. Krängt dein Boot auf Am-Wind-Kurs, musst du anluven, um die Krängung zu reduzieren.

Persönlich finde ich es einfacher bei viel Wind das Boot flach zu halten, da ich mich darauf verlassen kann, dass meine Steuerwirkungen auch eine Reaktion vom Wind erhalten. Bei Leichtwind ist es besser für Anfänger, jedoch merkt man oft gar nicht, wenn man den falschen Kurs segelt und zu weit nach Luv gefahren ist.


Segelstellung beim Gennaker segeln

Aufgrund der höheren Geschwindigkeit müssen deine Segel weiter reingeholt werden. Hohe Geschwindigkeit bedeutet, dass der scheinbare Wind von weiter vorne kommt und dein Boot „denkt“, dass du mehr auf Halbwind oder am Wind bist.

Schaust du dir Regatten wie den Amerikas Cup an, wo die Segelboote sehr schnell auf allen Kursen segeln, fällt dir ggf. auf, dass die Segel selten weit gefiert sind. Dies steht im Gegensatz zu langsamen Booten, auf denen auf Raumwind bzw. Vorwind die Segel sehr weit gefiert sind.

Dies gilt für Vorsegel und Großsegel. Kannst du dein Vorsegel einrollen, ist dies besonders am Anfang für einfacheres Handling empfohlen.

Probleme beim Trimmen des Gennakers

Gennaker hat einen Gegenbauch: Du bist zu hoch angeluvt und der Gennaker bekommt den Wind von vorne. Du musst abfallen.

Der Gennaker knallt ganz doll: Kann mit kräftigen Böen oder einem zu weit gefierten Segel zu tun haben. Das Segel einmal komplett dich ziehen und dann sofort wieder in die korrekte Position bringen. Steuermann muss dabei gewöhnlich abfallen, um den Vorschoter zu entlasten.

Gennaker halsen

Das Gennaker Halsen ist nicht sehr unterschiedlich vom normalen Halsen.

Besonders wichtig sind eine hohe vorwärts Geschwindigkeit, da so das Segel aufgrund des vorlichen scheinbaren Windes nicht so aggressiv die Seite wechselt.

Das Boot muss flach in und aus der Halse gesegelt werden. Kleine Fehler ohne Gennaker verzeiht ein Boot hin und wieder. Wer unter Gennaker mit Krängung in oder aus der Halse fährt, kentert meist oder fährt einen Sonnenschuss.

Die typische Variante einen Gennaker zu halsen ist, indem man die Gennakerschoten fiert während man durch die Halse fährt. Der Gennaker bläst dabei nach vorne aus und wird dann mit der neuen Lee Schot wieder dicht geholt, bis er ordentlich steht.

Nachdem Segel überschiften, muss der Steuermann wieder etwas abfallen, damit der Gennaker nicht zu viel Druck produziert.

Anschließend wird wieder auf das Vorliek geachtet und das Segel passend gefiert.

Tada – mehr ist es nicht. Braucht Übung, aber solange das Boot schnell und flach ist, geht es ganz gut. Sollte man aber erstmal bei leichtem Wind versuchen.

Beispielvideo einer Gennaker Halse mit Fehleranalyse

Ein weiteres Video von den Bahia Jungs von oben. Hier zeigt sich die Wichtigkeit von Geschwindigkeit und Boot flach halten. Sie können die Kenterung gerade noch verhindern.

Meine Tipps hier:

  • Fock vor dem Manöver aus der Klemme nehmen und flattern lassen
  • Mehr Vortrieb
  • Boot flach halten
  • Großsegel aktiv mit der Hand schiften, sobald Fock und Gennaker auf die neue Seite wollen
  • Ruder gerade stellen, wenn Großsegel über geschiftet wird bzw. wieder leicht abfallen

Gennaker bergen

Für das Gennaker Bergen musst du wie beim Setzen auf einen tiefen Raumschotskurs gehen und das Großsegel fieren. Das Segel wird hinter dem Großsegel abgedeckt und dein Boot verliert auf diesem tiefen Kurs an Fahrt. Ebenso vermindert sich die Gefahr, dass der Gennaker in das Wasser fällt und unter das Boot gezogen wird. Dies hat zur Folge, dass dein Boot schlagartig langsam wird und dein Segel ggf. unter dem Boot beschädigt wird, weil es am Kiel oder Schwert entlang gezogen wird.

Vor dem Bergen empfiehlt es sich, die Lee-Gennaker-Schot komplett dicht zunehmen und dann das Segel erst zu bergen. Durch das vorherige dichtholen, fällt der Gennaker direkt auf den Bug bzw. in die vorgesehene Einrichtung und bleibt trocken. Vorausgesetzt, du bist auf tiefem Raumwindkurs.

Abhängig von deinem Bootstyp und Bergesystem wird nun der Bergeschlauch heruntergezogen, das Fall gelöst und der Gennaker per Hand in den Gennaker-Sack gezogen oder das Segel wird eingerollt.

Ist das Segel sicher an Bord, kann wieder angeluvt werden und du kannst wieder Höhe segeln.

Probleme beim Gennaker Bergen

Das Segel fällt ins Wasser: Du bist nicht tief genug abgefallen, bevor du das Fall gelöst hast.

Das Segel ist komplett ins Wasser gefallen und unter das Boot gezogen wurden: siehe Punkt oben. Jetzt das Boot stark anluven, mit gefierten Segeln. Du solltest möglichst in den Wind fahren. Dein Boot bleibt stehen und fängt an, rückwärts zu treiben. Der Gennaker kommt vorne raus und du kannst ihn mit viel Kraft an Bord ziehen. Das Wasser im Segel macht das nicht immer einfach.

Nach dem Bergen habe ich starke Krängung beim Anluven: Du hast vergessen, deine Segel zu fieren. Ohne Gennaker ist deine Geschwindigkeit wieder langsamer und deine Segel müssen auf Raumwindkurs geöffnet werden. Du kannst auch dein Gewicht nach außen verlagern und ausreiten.

Kentern mit Gennaker

Kenterst du während der Gennakerfahrt, stellst du dein Boot einfach wieder auf.

Hierzu empfehle ich dir die Tipps aus meinem Artikel „Jolle Kentern und Aufrichten“. Wichtig Gennaker immer erst einholen, bevor du das Aufstellen versuchst.

Solltest du wie im zweiten Video einen Sonnenschuss machen, dann bleibt dir nichts weiter übrig als warten und hoffen, dass der Wind abnimmt und du endlich wieder auf tiefen Raumwindkurs kommst. Ggf. geht auch das Boot anschließend in den Wind zu stellen und das Segel zügig zu bergen.

Welche Jollen haben einen Gennaker?

Du bist ein sportlicher Segler und fragst dich, welche Jollen einen Gennaker haben. Dich interessiert auch, wie schwer diese Jollen zu segeln sind und ob sie ggf. ein Trapez haben? Dann habe ich dir hier eine Übersicht von Gleitjollen mit Gennaker bereitgestellt.

Boote, die den Schwierigkeitsgrad „einfach“ haben, sind auch gut für die Schulung von Einsteigern geeignet, aber können trotzdem kentern. Für Leute, die es eher ruhig mögen, sind Gennaker Jollen nicht wirklich sinnvoll.

BootstypAnzahl PersonenGennakerTrapezSchwierigkeit
RS 2000 – früher Laser 2002optionaloptionaleinfach – mittel
Laser Bahia2optionaloptionaleinfach – mittel
Laser Vago2jaoptionalmittel
RS Feva1-2janeineinfach – mittel
RS Vision2optionaloptionalmittel
RS Quest2-4optionaloptionaleinfach – mittel
RS Toura2-5optionaloptionaleinfach – mittel
RS 1001janeinmittel – schwer
RS 2002janeinmittel
RS 4002janeinmittel
RS 5002jaVorschotermittel – schwer
RS 7001jajaschwer
RS 8002ja2schwer
29er2jaVorschoterschwer
49er2ja2schwer
Musto Skiff1jajaschwer
Topaz Race X1-2janeinmittel
Seascape / Beneteau First 141-2optionalneinmittel – schwer
Devoti D-One1janeinmittel – schwer
18 Foot Skiff3jajaschwer
International 142jajaschwer
Hobie Cat 162optionaljamittel – schwer
Topcat K2X2optionaljamittel
Übersicht Jollen mit Gennaker

Übersicht Kielboot mit Gennaker

Gennaker können auf den meisten Yachten und Fahrtenbooten nachgerüstet werden. Hier eine kleine und mit Sicherheit unvollständige Übersicht von Kielbooten, wo es eigentlich zum Standard gehört einen Gennaker zu fahren.

Preste 18J20J70
Pogo 44RS21B/One
J 80Laser SB20
Übersicht Kielboote mit Gennaker

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Gennaker segeln – bis welche Windstärke?

Wie viel Wind dein Gennaker aushält, ist von deinem Boot und deinen Fähigkeiten abhängig.

Fahrtenyachten bevorzugen eher einen leichten bis mittleren Wind. Sportliche Kielboote oder Jollen halten da schon etwas mehr aus. Windstärken von 6 bis 7 Beaufort sind mit dem richtigen Boot und Können noch einwandfrei vertretbar.

Je windiger es wird, desto genauer muss der Gennaker getrimmt und das Boot gesteuert werden. Kleine Fehler haben dann meist eine größere Wirkung.

Solange du aber weißt, auf welchen Kursen der Gennaker sicher gesetzt und geborgen werden sollte und wie man korrekt steuert, steht dem Gennaker Abenteuer auch bei viel Wind nichts im Wege.

Kann man mit Gennaker wenden?

Nein, das geht nicht. Aufgrund der Form und Eigenschaften des Gennakers kann man mit Gennaker nur halsen.

Anzumerken hierzu:

  • Bei sehr wenig Wind funktioniert es ggf., aber das ist nicht der Sinn am Gennaker und es ist auch nicht materialschonend.
  • Hast du mit einer Yacht einen Sonnenschuss gefahren, dann kann es ungewollt passieren, dass du eine Wende fährst. Auch das ist nicht Sinn an der Sache und sollte verhindert werden.

Wann setzt man am besten einen Gennaker ein?

Ein Gennaker eignet sich besonders für raume Kurse ab 75° AWA (scheinbarer Windwinkel). Wenn du auf Kursen segelst, die zwischen Halbwind und Raumschotskursen liegen, ist der Gennaker die beste Wahl. Es funktioniert gut bei leichtem bis mäßigem Wind und kann dich schneller vorwärtsbringen.

Was sollte man beim Gennaker Trimmen beachten?

Um den Gennaker optimal zu trimmen, solltest du darauf achten, dass das Segelprofil und die Segelstellung korrekt eingestellt sind. Stelle sicher, dass das Segel straff genug ist und keine Falten bildet. Achte dabei auch auf die Spannung der Schoten, die Steuerung des Vorlieks.

Wie berechnet man die richtige Gennaker Größe?

Die richtige Gennaker Größe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe deines Bootes, den vorherrschenden Windbedingungen und deinem persönlichen Segelstil. Eine Möglichkeit, die Gennaker Größe zu berechnen, ist das Verhältnis von Gennakerfläche zu Bootslänge. Man kann auch bestimmte Tabellen oder Empfehlungen vom Segelmacher heranziehen, um die ideale Größe zu ermitteln.

Bei Jollen sind die notwendigen Gennaker bereits passend zum Boot hergestellt. Hier benötigt man keine Überlegungen.

Wie finde ich einen guten gebrauchten Gennaker?

Um einen guten gebrauchten Gennaker zu finden, solltest du darauf achten, dass das Segel in gutem Zustand ist und keine Risse, Löcher oder anderweitige Beschädigungen aufweist. Besonders UV-Schäden sind nicht ganz offensichtlich, da es an sich keine Löcher oder Risse sind. Hier gilt: knistert der Gennaker ist er meist gut, ist er sehr weich und leise, hat er schon etwas viel Sonne gesehen.

Prüfe auch, ob die Nähte und Verstärkungen in gutem Zustand sind. Es ist wichtig, dass das Segel zu deinem Boot und deinen Segelanforderungen passt. Du kannst in Seglerforen, Online-Marktplätzen oder bei lokalen Segelclubs nach gebrauchten Gennakern suchen. Vergleiche dabei Preise und Zustand der angebotenen Segel, um den besten Deal für dich zu finden.


Tom von Segelplanet

2 Gedanken zu „Gennaker segeln – Dein ultimativer Guide zum schnellen Segeln

  1. Miriam Hofmann Antworten

    Servus, ich finde deine Herangehensweise an Themen wirklich erfrischend. Bitte mehr davon! VG

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