Bei welchem Wind am besten Segeln?

Eine der am häufigsten gestellten Fragen im Anschluss eines Einsteigersegelkurses ist: „Welche Windstärke ist gut zum Segeln?“ Oder die Frage „Ab welcher Windstärke kann man segeln gehen?“

Obwohl diese Fragen besonders Anfänger beschäftigt, sind sie nicht einfach zu beantworten. Eine mögliche Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Welches Boot segelst du? (Jolle, Jollenkreuzer, Kielboot, Yacht)
  • Was sind deine Segelfertigkeiten? (Anfänger, fortgeschritten oder viele Jahre Erfahrung)
  • Was ist deine persönliche Motivation? (gemütlich herum schippern, sportlich segeln mit Adrenalin im Blut, Fahrtensegeln)

Tendenziell kann man bei jedem Wind segeln gehen. Die Frage, die du dir stellen musst, ist: „Macht es mir bei diesem Wind Spaß!“

Manche Segler sind bei 4 Windstärken maßlos überfordert, andere fangen erst bei 4 Beaufort an.

Auf einer Jolle mögen 5 Windstärken sportlich sein, auf einer Yacht wiederum kann es immer noch ein gemütliches Erlebnis bleiben.

Hier ein paar Ratschläge aus meiner Erfahrung und eine kleine Aufschlüsselung, was du bei unterschiedlichen Bedingungen erwarten kannst.

Bei welcher Windgeschwindigkeit sollte ich segeln?

Wie viel Wind brauche ich mindestens zum Segeln?

Zum Segeln braucht man mindestens eine Windgeschwindigkeit von 2-3 Knoten (1-2 Beaufort, ca. 4-6 km/h). In diesem Windbereich ist es sehr entspannt und du kannst beim Segeln die Natur genießen. Du hast ausreichend Zeit über Entscheidungen nachzudenken bevor du sie triffst und Fehler werden dir oft verziehen.

Das Wasser ist ruhig, mit leichten Kräuselungen und dein Boot wird wenig bis gar keine Krängung aufnehmen. Allerdings kann das ruhige Wetter auch bedeuten, dass nicht viel passiert und dein Lerneffekt etwas eingebremst wird, weil eben dabei wenig geschieht und Fehler nicht deutlich aufgezeigt werden.

Bei viel Wind kann jeder segeln! Bei wenig Wind zeigt sich, wer es wirklich kann!

Tom von Segelplanet

Bei wenig Wind sind Manöver oft schwer zu fahren, weil dein Boot einfach wenig Geschwindigkeit aufnimmt. Ebenso muss deine Segelstellung stimmen. Sind deine Segel zu dicht oder zu weit gefiert, wird es dir schwerfallen ordentlich Vortrieb zu erzeugen. Man sollte eben wissen, wie ein Segel funktioniert.

Dieser leichte Wind wird hauptsächlich für Jollen interessant sein. Auf Yachten sind 1-3 Knoten noch Geschwindigkeiten, bei denen ich meinen Motor zum Vortrieb nutze.

Fazit: Mindestwindgeschwindkeit zum Segeln

1-2 Beaufort benötigst du mindestens zum Segeln. Das Wasser ist ruhig und dein Boot fühlt sich unter Kontrolle. Geeignet für Einsteiger oder für die, die es ruhig wollen.

Welche Windstärke ist für Anfänger geeignet?

Besser als nur die Mindestwindgeschwindigkeit zum Segeln sind für Anfänger Windgeschwindigkeiten von 5-10 Knoten (2-3 Beaufort, ca. 10 – 18 km/h) geeignet. Bei diesen Geschwindigkeiten fängt dein Boot an, sich ordentlich zu bewegen und deine Aktionen spiegeln passende Reaktionen wider. Das ist besonders gut für Anfänger, denn sie merken, dass das, was sie machen, einen Effekt hat.

Besonders auf Jollen sieht man schön wie die Segel flattern, wenn diese falsch eingestellt sind und kann korrigieren. In Böen krängt das Boot leicht, aber gewöhnlich noch so ruhig, dass man Zeit hat, die Schoten zu fieren, um Energie aus dem Segel zu bekommen. Kentern auf Jollen ist zwar möglich (abhängig von der Jolle), aber bei dieser Windstärke eigentlich unwahrscheinlich.

Auch Yachten bewegen sich bei dieser Geschwindigkeit ganz ok fort, sodass auch hier Anfänger ihren Spaß haben und nicht viel falsch machen können.

Auf dem Wasser bilden sich leichte Wellen mit vereinzelten Schaumkronen, besonders in Böen im oberen Bereich dieser Windgeschwindigkeiten.

Fazit: Welche Windstärke für Anfänger

Bei Windstärken zwischen 5 und 10 Knoten lernen Anfänger am besten, da sich das Boot gut fortbewegt und sie sehr gut erkennen können, was passiert, wenn sie steuern und die Segel einstellen.

Bei welcher Windstärke segelt man am schnellsten?

Wird der Wind stärker, ab 15/16 Knoten (4 Beaufort, ca.20 km/h), dann wird es langsam sportlicher und du musst aufmerksamer segeln. Weiße Schaumkronen tauchen häufiger auf und dein Boot wird immer wieder krängen. Wenn du nun nicht aktiv dein Segel fierst, dann kann es durchaus zu einer Kenterung deiner Jolle kommen.

Auf Yachten wirst du sicher nicht kentern, aber Krängung erleben. Du solltest unter Deck alles gut verstaut haben, da sonst Teller und Tassen durch das Boot fliegen.

Deine Segel sind bei dieser Windstärke schön gefüllt und mithilfe von Trimmeinrichtungen, kannst du die optimale Geschwindigkeit deines Bootes herausholen.

Anfänger sollten sich überlegen, ob sie bei diesen Winden noch Spaß haben. Segelbar ist es allemal, aber wenn du die Kontrolle dabei verlierst, dann geht der Spaß meist mit. Sportliche und motivierte Segler, nehmen die Herausforderung auch als Anfänger an, sollten aber immer wissen, wie man eine Jolle aufrichtet, bzw. sicher wieder nach Hause kommt, bevor sie sich auf das Wasser wagen.

Für Yachten sind 4-5 Windstärken traumhafte Bedingungen, die auch dann noch von Einsteigern kontrolliert gefahren werden können.

Fazit: Wann segelt man am schnellsten

Ab 4 Windstärken wird das Segeln sportlicher. Du musst dich konzentrieren, denn Fehler und Ungenauigkeiten können ungewollte Folgen haben. Du solltest deine Kurse zum Wind kennen, um nicht eine Patenthalse (unabsichtliche Halse) zu fahren, denn diese hat bei dieser Windstärke deutlich mehr Wirkung.

Ich persönlich fange selten an, unter dieser Geschwindigkeit zu segeln. Dies bringt mich direkt zu meiner Zusammenfassung für die Frage: „Bei welcher Windstärke segelt man am besten?“.

Welcher Wind zum Segeln?

Zusammenfassung

Im Allgemeinen können Anfänger im Segeln bei Windstärken von 1-3 Beaufort (Bft) auf das Wasser hinausfahren. In diesem Bereich sind die meisten Boote und Jollen gut zu handhaben. Die Gefahr eines Kenterns ist relativ niedrig, sodass auch Fehler oft ausgebügelt werden können.

Bei Yachten sind 2- 4 Windstärken total in Ordnung.

Fortgeschrittene segeln auf Jollen und auf Yachten auch bis zu 6 – 7 Windstärken.

Doch letztlich liegt es an dir und deinen Vorlieben: Wer eine entspannte Segelrunde bevorzugt, wird sich eher bei 2-3 Bft wohlfühlen. Für diejenigen, die mehr Action und sportliche Herausforderung suchen, sind Windstärken von 4-6 Bft das Richtige. Natürlich vorausgesetzt, euer Boot ist dafür ausgerüstet, sei es mit Sturmsegeln oder Reffmöglichkeiten.

  • Um zu segeln, benötigst du mindestens 2-3 Knoten Wind.
  • Für Einsteiger sind 4 – 10 Knoten ein toller Bereich, in dem man segeln lernen kann.
  • Ab 4 Windstärken (16 Knoten) wird es sportlicher und aufmerksames Segeln ist notwendig.

Hinzu muss aber auch erwähnt werden, dass es von deinem Bootstyp abhängt, wie viel Spaß du bei welchem Wind hast. Leichte Jollen sind bereits bei wenig Wind segelfertig. Ob man dann segelt oder treibt, muss jeder für sich entscheiden.

Skiffs und sportliche Jollen benötigen an sich weniger Wind, da sie aufgrund der Bauweise und dem Segelfläche-Gewicht-Verhältnis schon bei wenig Wind hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Yachten können aufgrund ihrer Reffmöglichkeiten und unterschiedlichen Segelkombinationen mehr Wind aushalten. Ebenso sollten diese aufgrund des Kiels nicht kentern, was wiederum zur Beruhigung beihilft.

In der Welt des Segelns ist die Wahl der Windgeschwindigkeit ein Spiel zwischen Technik, Erfahrung und individuellen Vorlieben.

Ab welcher Windstärke ist Segeln gefährlich?

Segeln kann gefährlich werden, wenn die Windgeschwindigkeit für dich oder das Boot zu hoch ist. Ab Windstärke 6 (22-27 Knoten) spricht man von starkem Wind. Ab Windstärke 8 (34-40 Knoten) wird es als stürmischer Wind bezeichnet. In diesen Bedingungen kann das Segeln sehr anspruchsvoll sein und erfordert viel Erfahrung und Können.

Du musst dir selber bewusst sein, welcher Wind für dich segelbar ist. Für den einen sind 4 Windstärken zu viel, für den anderen macht es mit dem passenden Boot auch bei 7 Beaufort Spaß. Das eine Boot bricht bei 5 Windstärken, das andere Boot hält auch bei 10 Windstärken stand.

Tipp: Wenn du denkst, dass zu viel Wind ist, dann bleib an Land.

Sind dir einige Begriffe nicht bekannt, dann empfehle ich dir das Seglerlatein auf Segelplanet.de – Segelbegriffe für Anfänger auf Deutsch & Englisch einfach erklärt.


Tom von Segelplanet

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